Schaukäserei in Appenzell


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Das Appenzeller Land mit den Kantonen Inner- und Außerrhoden wird geprägt von Weideland und Streuwiesen zwischen Alpstein und Bodensee. Hier werden noch jahrhundertealte Traditionen gepflegt. Buntbemalte Häuser und urige Gaststätten sind charakteristisch für das Appenzellerland. Schon vor ca. 30 000 Jahren wurde das Land besiedelt und gerodet, um Platz zu schaffen für die Appenzeller Dörfer und vor allem für die Viehzucht. Damals hatte das Land den Namen „Abbacella“. Das Kloster St. Gallen baute 1096 dort eine Pfarrei und nannte diese Abtzelle. Im Jahre 1513 schloss sich auch das Appenzell der Schweizerischen Eidgenossenschaft an. Weit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus ist vor allem der Appenzeller Käse bekannt.

Seit dem Mittelalter wird der Käse hergestellt. Der Appenzeller ist ein vollfetter Halbhartkäse mit würzigem Geschmack, der ausschließlich aus Rohmilch hergestellt wird. Rund 70 Dorfkäsereien liefern jährlich ca. 9000 Tonnen Appenzeller Käse. Davon gehen rund 60% in das Ausland und davon wiederum 3/4 Menge nach Deutschland.. Das Geheimnis dieses würzig-schmackhaften Käses liegt in seiner Kräutersulz. Wer dem Geheimnis auf die Spur kommen möchte, sollte die Appenzeller Schau-Käserei in Stein besuchen. 1978 wurde die Appenzeller Schaukäserei, welches ein Gemeinschaftsunternehmen mehrerer landwirtschaftlicher Organisationen ist, gegründet. Der Schweizer Zentralverband für Milchproduzenten war davon überzeugt, dass die Milchverwertung in den Berggebieten eine gute Sache ist. So wurde die Produktion des Appenzeller Käses weiter ausgedehnt. Deshalb errichtete der Milchverband St. Gallen-Appenzell eine Schaukäserei in Stein. Dort kann sich jede Besucher aus Inn und Ausland auf der Fahrt dorthin an der reizvollen Appenzeller Landschaft erfreuen und sich vor Ort aus erster Hand über die hochmoderne, hygienisch und technisch einwandfreie Herstellung des Appenzeller Käses informieren.

In der Schaukäserei kann man die einzelnen Produktionsschritte und Reifeprozesse des Käses kennenlernen. Von der eigens für die Besucher angelegten Galerie schaut man direkt in die 6.500 Liter-Käsekessi. In riesigen Kesseln wird die Milch aufbereitet und dann die Käseharfe durch das eingedickte Gallert gezogen. In mehreren Sprachen bietet ein Film zusätzliche Informationen zur Produktion des Appenzeller Käses. Man kann sich einer Führung der fachkundigen Hostessen anschließen und alles rund um den Käse erfahren. Nur das Geheimnis seiner würzigen Kräutersulz wird auch dort nicht gelüftet werden. Ein individueller Rundgang durch die Schaukäserei ist mit einem iPad möglich, welches am Empfang gemietet werden kann.

Wer dem Käsemeister also‚ mal über die Schulter schauen will, hat die Gelegenheit von November bis März (täglich von 08.30-17.30) und von April bis Oktober (täglich 08.30-18.30), der Eintritt ist frei.