Das rätoromanische Graubünden


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Der Kanton Graubünden ist der größte und zugleich der am dünnsten besiedelte Kanton der Schweiz. Hier wird ratoromanisch, italienisch und deutsch gesprochen. Es gibt allein 5 rätoromanische Dialekte, so gab es bis 2003 alle Schulbücher in 7 Sprachen: deutsch, italienisch und fünferlei rätoromanisch, das durch Beschluss des Bündner Parlaments vom Rumantsch Grischun, der vierten Amtssprache Graubündens abgelöst wurden. Die Region war bereits zur Eisenzeit von Kelten und anderen Stämmen besiedelt. Mehr als 500 Jahre gehörte das Gebiet als Provinz Raetia zum Römischen Imperium. Eben aus dieser Zeit hat sich das Rätoromanische erhalten, das auch heute noch die Muttersprache von mehr als 27.000 Bündnern ist.

Höchster Berg Graunbündens ist der Piz Bernina mit 4049m ü. NN. Spiegelbild der vielfältigen Gebirgslandschaft Graubündens ist der Nationalpark Joch zwischen Zernez und Muistar. Muistar, deutsch Münster, ist berühmt für seine Klosterkirche St.Johannes Baptist, die mehr als 1200 Jahre alte Wandmalereien, die größte Sammlung von Fresken aus der Karolingschen Zeit.

Chur ist die mehr als 2000 Jahre alte Hauptstadt Graubündens. Schon zu Zeiten der römer stießen hier im oberen Rheintal wichtige Nord-Süd-Routen aufeinander. Heute kann man hier in den berühmten Glacier-Express. Auf seiner Strecke durch das Vorderrheintal liegt der Kurt Disentis (rätoromanisch Muster), berühmt für seine Radonhaltige Heilquelle und das mächtige Benediktinerkloster aus dem 9.Jahrhundert. Seit dem 4. Jahrhundert ist Chur Bischofssitz.

Unweit von Chur kann man auf dem Weg zum Bernardino-Tunnel einen Abstecher in die Via Mala machen, jener unheimlich dunklen, engen Schlucht, die durch die Verfilmung des Romans von John Knittel weltberühmt wurde. Bereits Anfang des 19.Jahrhunderts wurde eine Straße durch das Verlorene Loch dem Fels abgerungen.

Das Engadin ist nach dem Fluss Inn benannt, rätoromanisch En, der hier am Piz Lunghin seinen Anfang durch das ladinisch-sprachige Tal nimmt. Oberhalb von Maloja am Lunghin-Pass liegt die Wasserscheide der Einzugsgebiete von Mittelmeer, Schwarzem Meer und Nordsee.

Im Oberengadin liegen einige der bekanntesten Wintersportplätze der Schweiz – St.Moritz, Silvaplana und Celerina. Abseits der Pisten gibt es aber auch noch ruhige, ursprüngliche Plätze.

Davos ist mit bei nur knapp 13.000 Einwohnern mit 254 qkm die zweitgrößte Flächengemeinde der Schweiz. Als Kurort für Lungenkranke wurde Davos durch Thomas Manns Roman „der Zauberberg“ berühmt. Heute trifft man sich hier Weltwirtschaftsforen. Von Davos aus führt die Schmalspurbahn hinauf durch das Schanfigg-Tal zum mondänen Arosa.

Die Graubündner Küche ist bekannt für seine luftgetrockneten Fleischspezialitäten wie Bündner Fleisch und das Salzig. Auch die Bündner Nusstorte muss man probieren.